05.07.2010

Pressemitteilung: Das St. Joseph Krankenhaus macht sich stark für den Kinderschutz. Frühe Hilfen und Schutz zum Kindeswohl

 

Feierliche Vertragsunterzeichnung einer Kooperationsvereinbarung mit dem Jugendamt und dem Gesundheitsamt des Bezirks Tempelhof-Schöneberg sowie mit den Vivantes-Kliniken Auguste-Viktoria-Klinikum und dem Wenckebach-Klinikum zur verbindlichen, frühzeitigen, Zusammenarbeit in Fällen von möglichen Kindeswohlgefährdungen.

Berlin, 05.07.2010

Berlin erfährt seit Jahren einen stetigen Anstieg der Kinderschutzfälle. Dies beeinflusst auch die Gesamtzahl der behandelten Kinder im St. Joseph Krankenhaus: 2009 wurden 21.175 Kinder in der Zentralen Notaufnahme behandelt, über 800 Kinder mehr als in 2008. Dabei haben sich Kinderschutzfälle in den letzten fünf Jahren verdoppelt.

„Als katholisches Krankenhaus mit einer langen Tradition in der Geburtshilfe und der Kinderheilkunde liegt uns der Kinderschutz besonders am Herzen. Darum haben wir uns in einem Kooperationsprojekt „Kinderschutz“ engagiert. In diesem Projekt arbeiten wir zusammen mit dem Jugendamt und dem Gesundheitsamt des Bezirks Tempelhof-Schöneberg sowie mit den Vivantes-Kliniken Auguste-Viktoria-Klinikum und dem Wenckebach-Klinikum„ erklärt Marianne Baehr, die Kaufmännische Direktorin des St. Joseph Krankenhauses.

Das St. Joseph Krankenhaus hat eine Kinderschutzgruppe gebildet, die aus Kinderärzten, Kinder-  und Jugendpsychiatern, Gynäkologen, Pflegepersonal und Sozialarbeitern besteht. Das Team hat ein verbessertes Kommunikations- und Behandlungskonzept  entwickelt.  Ziel dieses Konzepts ist es, für einen besseren Schutz für misshandelte und vernachlässigte Kinder zu sorgen.  

Wichtigstes Ergebnis der Kooperation ist die schnelle und nachhaltige Hilfe für Kinder und ihre Familien. Diese wird durch eine strukturierte Kommunikation und das vernetzte berufsgruppenübergreifende Arbeiten zwischen Krankenhäusern, Behörden und komplementären Einrichtungen ermöglicht.  Eine sofortige Einberufung von Fach- und Hilfekonferenzen beschleunigt Maßnahmen zum Wohl des Kindes oder zur Unterstützung der Familie, oft noch vor dem Entstehen von Kinderschutzfällen.

Die Bezirksstadträtin, Frau Dr. Sibyll Klotz, erklärt: „Die vernetzte Zusammenarbeit mit den Krankenhäusern im Bezirk Tempelhof-Schöneberg ist fundamental für den Kinderschutz. In dieser Kooperation ist das St. Joseph Krankenhaus ein wichtiger Partner: Die meisten Kinder-Akutfälle in unserem Bezirk werden dort behandelt. Darüber hinaus bündelt sein Kinderzentrum alle kinderspezifischen Kompetenzen und es weist jahrelange Erfahrung in der interdisziplinären Zusammenarbeit auf. Das ist eine wichtige Basis für unser Projekt“.  

Die Verantwortlichen dieses Zusammenspiels sind die Chefärzte des Zentrums für Kinder- und Jugendmedizin „Josephinchen“ sowie der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe.

Die Chefärztin der Klinik für Kinderheilkunde und Jugendmedizin im St. Joseph Krankenhaus, Frau Dr. Beatrix Schmidt erklärt: „In unserer Kinderklinik behandeln wir immer mehr Akutfälle. Prävention muss stärker betrieben werden, auch noch vor der Geburt. Hierzu arbeiten wir fachübergreifend und nach unserem von der WHO/Unicef-Initiative anerkannten „Babyfreundlichen“ Konzept.

„Auch unsere Babyfreundliche Geburtshilfe leistet einen entscheidenden Beitrag zur Prävention.“ fügt der Chefarzt der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe, Dr. Michael Abou-Dakn, hinzu. „Wir helfen Eltern, eine starke Bindung zum Kind  vor und nach der Geburt zu entwickeln. So arbeiten wir aktiv daran, die steigenden Kinderschutzfälle zu reduzieren.“

Schwerwiegendere Fälle müssen auch vom Chefarzt der Klinik für Kinderchirurgie und Kinderurologie, Dr. Hennig Giest, behandelt werden:  „Insbesondere bei ungeklärten Fällen, ist es wichtig, für ein gesamtes Bild des Kindes und seiner Familie zu sorgen. Da ist die vernetzte Kommunikation mit der Kinderklinik, mit Sozialarbeitern und mit der Kinderpsychiatrie unabdingbar.“

Akutfälle treten jedoch nicht nur im Bereich der körperlich sichtbaren Misshandlungen auf. Psychische Misshandlung und Vernachlässigung sind ein wesentlicher Teil der Arbeit der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und –psychotherapie. Chefarzt Dr. Hans Willner erläutert „für Außenstehende ist dieser Bereich des Kinderschutzes oft schwer erkennbar. Aber gerade dort kommt es  zu deutlich mehr Kinderschutzfällen als im Bereich der körperlich sichtbaren Misshandlungen. Viele der in unserer Klinik vorgestellten Kinder und Jugendlichen leiden unter den Folgen emotionaler Vernachlässigung und Gewalt. Ohne wirksame Maßnahmen des Kinderschutzes haben körperliche oder seelische Misshandlungen oder auch sexueller Missbrauch lange andauernde und oft chronische Folgen für die betreffenden Kinder und Jugendlichen.“

 

Ansprechpartner:

Vera Klingbeil, Projektleiterin der Kinderschutzgruppe, Tel. 030 / 7882 2719
Lucia Marrocco, Referentin für Öffentlichkeitsarbeit, Tel. 030 / 7882 2562
St. Joseph Krankenhaus Berlin Tempelhof
Wüsthoffstraße 15
12101 Berlin

Pressemitteilung des Bezirksamtes Tempelhof-Schöneberg

 


Kategorie: Allgemein, Gynäkologie, Geburtshilfe, Neonatologie, Kinderklinik, Kinderchirurgie, Kinder- und Jugendpsychiatrie