Sehr geehrte Patientin, sehr geehrter Patient,

ein Krankenhausaufenthalt ist meist für den Patienten mit vielen Änderungen und Neuerungen verbunden. Ein Aufenthalt auf einer internistischen Abteilung wird häufig erst bei schweren Erkrankungen, die gelegentlich die weiteren Lebensumstände auch massiv beeinflussen, notwendig. Wir möchten Sie in dieser Situation nicht allein lassen und werden uns bemühen, vom ersten Tag Ihres Aufenthaltes an, unser Möglichstes zu tun, um Ihnen zu helfen und Ihnen die Zeit im Krankenhaus zu erleichtern.

Oberstes Ziel unseres ärztlichen Handelns ist es, Ihre Erkrankung nach den modernsten Untersuchungs- und Behandlungsmethoden zu erfassen und zu therapieren. Dabei werden wir aber nie vergessen, Ihre individuelle Situation und den einzelnen Menschen, in den Vordergrund zu stellen.

Unser Spezialgebiet – Nierenerkrankungen:

Im Hinblick auf das spezielle Fachgebiet der Medizinischen Klinik II, der Nephrologie, ist zu sagen, dass besonders nierenkranke Patienten leider oft über ihre Erkrankung nicht viel wissen und dann die Diagnose sehr überraschend kommt. Unser ganzes Streben und ärztliches Handeln ist darauf gerichtet ist, Ihnen in dieser sehr speziellen Situation zu helfen. Unser primäres Anliegen ist natürlich, Ihre Nierenerkrankung so gut wie nur irgend möglich zu behandeln insbesondere natürlich die für viele so angstbeladene „Blutwäsche – Dialyse“ zu verhindern. Sollte dies doch nicht zu vermeiden sein möchten wir Ihnen den Eintritt in die Phase der notwendigen Behandlung mit einer 'Künstlichen Niere' (Dialyse) so leicht und angenehm wie möglich machen. Als eine der größten nephrologischen Abteilungen Berlins und Deutschlands stehen uns für diese Ziele hier im Hause alle notwendigen diagnostischen und therapeutischen Maßnahmen zur Verfügung.

Sollte es so weit sein, dass Sie dauerhaft dialysiert werden müssen, besteht eine enge Kooperation mit einer Vielzahl von nephrologischer Praxen und ambulanten Dialyseeinrichtungen in ganz Berlin. Die Weiterbehandlung erfolgt dann meist wohnortnah, wobei wir sie gerne beraten. Mit dem Kuratorium für Dialyse und Nierentransplantation e.V. (KfH) besteht zudem eine persönliche Kooperation.

Wir Ärzte und Pflegekräfte bemühen uns, Ihnen den Krankenhausaufenthalt so angenehm wie möglich zu gestalten und Ihnen auch in schwierigen Situationen helfend zur Seite zu stehen. Dies gilt natürlich auch für Ihre Angehörigen. Wünsche und Anregungen ihrerseits sind für unser Handeln sehr hilfreich und sollten uns jederzeit übermittelt werden.

Wir freuen uns, wenn wir Ihnen helfen können und hoffen, dass Sie während des Krankenhausaufenthaltes sowohl mit unseren ärztlichen Leistungen als auch mit den pflegerischen Leistungen rundum zufrieden sind.

Ihre Chefärztin
Prof. Dr. med. Christiane Erley

 

Hinweis zum "23. Berliner Dialyseseminar, 03. Dezember - 04. Dezember 2010"

Das Berliner Dialyseseminar befasst sich mit aktuellen Themen der
extrakorporalen maschinellen Therapie und den Erkrankungen von
Dialysepatienten. Im Mittelpunkt steht die Zielsetzung, insbesondere
Internisten mit Fachrichtung Nephrologie und Ärzte in der Weiterbildung bzw.
Ärzte anderer Fachrichtungen über interessante und aktuelle Fragestellungen
der Nephrologie zu informieren.
Weitere Informationen finden Sie unter der Homepage
www.berliner-dialyseseminar.de
Tagungsort:
Maritim Hotel Berlin, Stauffenbergstraße 26, 10785 Berlin
Telefon (030) 2065-0 - Telefax (030) 2065-1000 - info.ber@maritim.de

Wissenswertes zum stationären Aufenthalt:

Die Nieren

Beide Nieren liegen rechts und links der Lendenwirbelsäule in Höhe der 12. Rippe. Sie sind durch das Bauchfell von den Bauchorganen getrennt. Jede der beiden Nieren wiegt zwischen 120 und 160 Gramm, ist rund zehn bis zwölf Zentimeter lang und fünf bis sechs Zentimeter breit.
In der Nierenmitte treten die Blutgefäße (Nierenschlagader und -vene) aus. Vom Nierenbecken aus transportiert der Harnleiter den Urin über eine Strecke von 25 bis 27 Zentimeter in die Harnblase (http://www.kfh-dialyse.de/cnv/cnv-nieren-index.html)

Die Schwerpunkte der Medizinischen Klinik II des St. Joseph Krankenhauses liegen insbesondere auf dem Gebiet der Nierenerkrankung (Nephrologie), der Behandlung mit der 'Künstlichen Niere' (Dialyse) und den meist damit verbundenen Herzerkrankungen sowie dem Bluthochdruck.

Was bedeuten diese speziellen Gebiete im einzelnen:

Nephrologie
Die Nephrologie ist ein Teilgebiet der Inneren Medizin, das sich mit der Diagnostik und der nichtchirurgischen Therapie von Nierenerkrankungen befasst. Nierenerkrankungen beinhalten, dass die Funktionen der Niere entweder sehr schnell (akutes Nierenversagen) oder etwas langsamer, meist über Jahre (chronisches Nierenversagen) nachlassen. Die Fähigkeit der Niere, bestimmte Substanzen aus dem Blut zu filtern und mittels des Harns zu eliminieren, ist erschöpft. Der Arzt bemerkt dies in einem Anstieg der sogenannten Retentionsparameter (Kreatinin, Harnstoff, Harnsäure), die sich dann vermehrt im Blut nachweisen lassen. Der Patient verspürt meist eine vermehrte Müdigkeit, gelegentlich Hautjucken und Kopfschmerzen. Oft bemerkt der Patient als erstes Symptom Veränderungen des Urins (z. B. Blut im Urin, schäumenden Urin oder ein Nachlassen der Urinmenge!). Da die Niere auch in der Regulation des Blutdruckes und des Wasserhaushaltes eine zentrale Rolle einnimmt, ist häufig das Auftreten eines Bluthochdruckes oder die Einlagerung von Wasser z.B. in die Beine oder im Gesicht (Ödembildung) das erste Zeichen, dass die Niere nicht ganz gesund ist.
Darüber hinaus bildet die Niere auch bestimmte Hormone, von denen das wichtigste das sogen. Erythropoeitin (EPO) für die Bildung von roten Blutkörperchen verantwortlich ist. Bei fortgeschrittenem Nierenschaden kommt es demzufolge bei der Mehrzahl der nierenkranken Patienten auch zur Ausbildung einer Blutarmut (Anämie).

 

Ursachen einer Nierenerkrankung

Die Niere wird durch viele Erkrankungen und auch Medikamente geschädigt. Die meisten Patienten mit Nierenerkrankungen leiden an einer Blutzuckerkrankheit (Diabetes mellitus). Erhöhte Blutzuckerwerte, gerade in Kombination mit erhöhten Blutdruckwerten, führen über Jahre und Jahrzehnte zu einem Verlust der Nierenfunktion. Bei Patienten mit Diabetes mellitus liegen erste Schäden an den Nieren vor, wenn im Urin Eiweiße nachgewiesen werden oder der Blutdruck sehr hoch ist und die Patienten zu Wassereinlagerungen neigen. Darüber hinaus führt Bluthochdruck per se ebenfalls zu einer Nierenschädigung.

Eine Entzündung der Nierenkörperchen - siehe Abbildung - eine sogenannte Glomerulonephritis kann sich ebenfalls äußern durch das Auftreten von Eiweiß und Blut im Urin, Wassereinlagerungen oder Bluthochdruck. Seltenere Ursachen für Nierenerkrankungen sind immunologischer Art, d. h. Erkrankungen aus dem rheumatologischen Formenkreis. Hierzu gehört der sogenannte Lupus erythematodes oder die Wegener'sche Granulomatose. Zuletzt gibt es angeborene Nierenschäden (z.B. die sogenannten Zystennieren) und natürlich Nierenschäden durch Bakterien, Viren und Medikamente (z. B. Schmerzmedikamente oder Röntgen-Kontrastmittel).



Herzerkrankungen

Die häufigste Herzerkrankung, die insbesondere bei gleichzeitig kranken Nieren zu einer stationären Aufnahme führt, ist die sogenannte Herzmuskelschwäche (Herzinsuffizienz). Sie macht sich durch vermehrte Luftnot und durch das Auftreten von Ödemen mit Wassereinlagerungen in den Beinen bemerkbar. Es gibt eine Vielzahl von Möglichkeiten für eine Herzmuskelschwäche, dazu gehören Durchblutungsstörungen, Veränderungen der Herzklappen, Herzmuskelschwäche bei langjähriger Bluthochdruckerkrankung oder auch eine angeborene oder durch Infektionen erworbene Herzmuskelschwäche. Bei Patienten, die gleichzeitig einen Bluthochdruck oder eine Blutzuckererkrankung aufweisen, sind diese Möglichkeiten der Entstehung einer Herzmuskelschwäche meist kombiniert. Eine Durchblutungsstörung des Herzens macht sich meistens durch die sogen. Angina pectoris (Schmerzen im Brustkorb) bemerkbar.

Alle diese Formen der Herzerkrankungen können (insbesondere wenn gleichzeitig eine Nierenschwäche vorliegt) in der Medizinischen Klinik II des St. Joseph Krankenhauses behandelt und diagnostiziert werden. Akute Durchblutungsstörungen des Herzens (Herzinfarkt), die eine sofortige Untersuchung und Therapie mittels eines Herzkatheters bedürfen, werden an entsprechende kardiologische Fachkliniken weitergeleitet.

Zusammenfassung
Zusammenfassend ist die Medizinische Klinik II des St. Joseph Krankenhauses vordringlich spezialisiert auf die Versorgung von Patienten mit akuter oder chronischer Nierenfunktionsstörung. Die diagnostischen Maßnahmen umfassen Ultraschall, Computertomographie, Kernspintomographie,  spezielle Laboruntersuchungen, spezielle Urindiagnostik sowie die sogenannte Nierenbiopsie (Punktion der Niere). Gleichzeitig bieten wir ihnen alle Formen der Nierenersatztherapie an.

-->Nierenbiopsie

Dialyseverfahren

Die therapeutischen Maßnahmen zur Behandlung der Nierenfunktionsschwäche umfassen entsprechende medikamentöse Behandlungen, aber vor allen Dingen auch den Ersatz der nicht mehr funktionierenden Niere durch sogen. Dialysatoren, sprich die Behandlung mit der "künstlichen Niere" (Dialyse). Hier werden alle modernen Verfahren der Nierenersatztherapie mit Hämodialyse, Hämofiltration und auch die sogen. Bauchfelldialyse in unserem Hause angeboten.

Dialyseverfahren
Darüber hinaus können spezielle Nierenerkrankungen, die aus dem rheumatologischen immunologischen Formenkreis sind, ebenfalls durch spezielle Methoden, wie z. B. die sogen. Plasmaseparation behandelt werden.

Plasmaseparation

Alle unsere Patienten werden durch das umfassende diagnostische und therapeutische Angebot intensivst auf höchstem Niveau betreut. Die enge Kooperation mit einer Vielzahl von nephrologischen Praxen und ambulanten Dialysezentren sowie die persönliche Kooperation mit dem Dialysezentrum in der Sonnenallee(Kuratorium für Dialyse und Nierentransplantation e.V. (KfH))in Berlin-Neukölln soll dazu beitragen unsere Patienten in allen Lebenslagen betreuen zu können.



Bei Fragen oder Anmeldungen wenden Sie sich bitte an die Oberärztin oder direkt an unser Sekretariat. Gerne können Sie uns auch eine Nachricht mittels E-Mail hinterlassen.