Nierenbiopsie

Eine Biopsie ist eine Diagnostik mittels derer durch Punktion (meist mit einer Nadel) kleine Stücke von Gewebe gewonnen werden um sie unter einem Mikroskop untersuchen zu können. Sie wird meist angewandt wenn andere diagnostische Methoden (Blut- und Urinuntersuchungen, Sonographie, Röntgen) keine eindeutige Klärung bringen. Eine Nierenbiopsie sichert die Diagnose einer Nierenerkrankung. Sie ist häufig zur Abklärung einer chronischen Entzündung, insbesondere der Nierenkörperchen (Glomerulonephritis) oder anderen akuten Erkrankungen der Niere notwendig.


Da die meisten Nierenkrankungen an beiden Nieren gleichzeitig auftreten, wird nur eine Niere punktiert. Hier einige Beispiele von Symptomen, die eine Nierenbiopsie zur genauen Klärung nach sich ziehen:

  • Proteinurie (Eiweiß im Urin ohne klare Ursache)
  • Hämaturie (Blut im Urin ohne klare Ursache)
  • nephrotisches Syndrom (erhebliche Ausscheidung von Eiweißen, die zu Schwellung/ Ödemen an anderen Körperteilen führt)
  • schlechte Nierenfunktion oder Nierenversagen unklarer Ursache
  • Beurteilung des Nierenschadens durch sogen. immunologische Erkrankung (z. B. Lupus erythematodes)

An der entnommenen Probe wird durch eine feingewebliche Untersuchung durch einen  Pathologen die genaue Krankheitsursache festgestellt. Dazu wird hier im Hause das entnommene Gewebe an die Universität Heidelberg geschickt. Generell empfehlen wir eine Nierenbiopsie nur dann, wenn eine genaue Diagnose für den Patienten hinsichtlich der Therapie oder der Prognose Konsequenzen hat.

Muss man bei einer Nierenbiopsie lange im Krankenhaus bleiben?

Nein.
In der Regel wird man am Tag der geplanten Biopsie in das Krankenhaus aufgenommen. Wünschenswert ist, dass bis dahin bestimmte Blutuntersuchungen bereits von Ihrem Hausarzt oder niedergelassenem Nierenspezialisten (Nephrologen) vorgenommen wurden, um das Risiko dieser Nierenbiopsie möglichst gering zu halten. Auch sollten Sie vorher mit einem Spezialisten über den Eingriff gesprochen haben. Wenn Sie Blutverdünnungsmittel (Marcumar, Aspirin oder Clopidogrel) einnehmen, müssen diese vor der geplanten Biopsie nach Rücksprache mit Ihrem Hausarzt abgesetzt werden.