Dialyseverfahren

Fast alle Patienten mit chronisch-fortschreitenden Nierenerkrankungen erleben den Beginn der Dialysebehandlung als tiefen Einschnitt in ihr Leben. Wenn auch mit der Dialyse ein gutes Weiterleben möglich ist, so stehen doch häufig Gefühle des stärkeren Angebundenseins und der Abhängigkeit von diesem technischen Verfahren im Vordergrund. Deshalb ist es für uns Dialyseärzte sehr wichtig, in Zusammenarbeit mit den Patienten, die mit einer Dialysetherapie rechnen müssen, frühzeitig einen individuellen medizinischen "Lebensplan" zu erstellen. Er sollte neben psychischen Hilfen zur Bewältigung von Ängsten auch eine gute praktische Aufklärung über technische und organisatorische Abläufe der Dialysetherapie enthalten.
Zur Behandlung der chronischen Niereninsuffizienz stehen verschiedene Verfahren zur Verfügung. Hier werden die verschiedenen Arten der "Blutwäsche" oder Hämodialyse beschrieben.
Dialyse
Wie funktioniert die Hämodialyse?
Hämodialyse Das Kernstück der Behandlung ist die Dialysemembran. Diese Membranen werden heute aus sehr gut verträglichen Kunststoffmaterialien hergestellt. Sie sind für die meisten Stoffe, die durch die gesunden Nieren ausgeschieden werden, durchlässig, halten aber größere Moleküle, wie z.B. die lebensnotwendigen Eiweiße und auch die zellulären Bestandteile des Blutes (rote und weiße Blutkörperchen und Blutplättchen) zurück. Auf der einen Seite der Membran fließt das Blut entlang, auf der anderen fließt in entgegengesetzter Richtung die Spülflüssigkeit, das Dialysat. Dieses Dialysat besteht aus gereinigtem Wasser und Salzen. Die Giftstoffe aus dem Blut treten nun durch die Membran von der Blut- auf die Wasserseite über und werden so aus dem Blut entfernt. Es wird außerdem überschüssiges Wasser, was sich bei vielen Patienten zwischen den Dialysen im Körper ansammelt, aus dem Blut regelrecht abgepresst. Das gereinigte Blut fließt dann wieder in den Körper zurück. Für diese Bewegung sorgen Blutpumpen an der Dialysemaschine. Das Wasser wird bei uns im Keller unter der Dialyseabteilung entkalkt und gereinigt. Pro Dialyse werden 150 Liter Wasser benötigt. Und damit das Wasser dann wirklich keimfrei an Ihre Dialysemembran gelangt, verwenden wir an jeder Dialysemaschine einen besonderen Sterilfilter für das Dialysat, der die Verträglichkeit der Behandlung weiter verbessert. Um eine wirksame Dialyse in einer verträglichen Zeit zu erzielen, braucht man einen Gefäßzugang, der mindestens 300ml Blut pro Minute für die Blutwäsche zur Verfügung stellt. Dafür wird bei den meisten Patienten rechtzeitig, d.h. Wochen bis Monate vorher ein sogenannter Shunt (englisch für Kurzschluß zwischen zwei Gefäßen) angelegt. -->Shunts Wird das versäumt oder braucht ein Patient ganz plötzlich die Dialysebehandlung, so kann ein Dialysekatheter gelegt werden. Diese Katheter sind dünne Plastikschläuche die über die Venen meist des Halses mittels Punktion in die obere Hohlvene gelegt werden. Diese Katheter sind aufgrund der nicht zu vermeidenden Infektionsgefahr keine Dauerlösung, aber lebensrettend in Notfallsituationen.
Akademisches Lehrkrankenhaus